Dünner werdendes Haar: 5 Faktoren, die mit dem Dichteverlust zusammenhängen
Unsere Gründerin, Dr. Julie Pernet, Apothekerin & Trichologin, gab kürzlich der ELLE ein Interview zum Thema dünner werdendes Haar und Lösungen dafür. Den Artikel finden Sie hier!
Dünner werdendes Haar betrifft etwa 40 % der Frauen ab 40 Jahren. Glücklicherweise ist dies kein unabwendbares Schicksal, und es gibt Lösungen, vorausgesetzt, man vermeidet die Faktoren, die zu diesem Dichteverlust beitragen. Entdecken Sie die Ratschläge von Dr. Julie Pernet!

Was ist der Unterschied zwischen feinem Haar und dünner werdendem Haar?
Dr. Julie Pernet: «Feines Haar hat einen kleineren Durchmesser als der Durchschnitt, was es empfindlicher und weniger voluminös macht. Eine Person kann viele Haare haben, auch wenn sie fein sind. Dünner werdendes Haar betrifft jedoch die Haardichte: das ist die Anzahl der Haare pro Quadratzentimeter. Wenn das Haar dünner wird, bedeutet dies, dass ein Dichteverlust vorliegt, oft aufgrund von Haarausfall oder einem verlangsamten Wachstum.»
Die 5 Faktoren, die zum Verlust der Haardichte führen
1. Hormone
Dr. Julie Pernet: «Androgene, insbesondere Dihydrotestosteron (DHT), können den Lebenszyklus des Haares verkürzen und so allmählich zu einer Miniaturisierung des Follikels führen. Dieses Phänomen wird besonders bei androgenetischer Alopezie beobachtet, die laut CMCC (Expertenzentrum für Haarmedizin und -chirurgie in Paris) etwa 20 % der Frauen betrifft. Hinzu kommen hormonelle Schwankungen im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Menopause oder Schilddrüsenerkrankungen, die einen sichtbaren Dichteverlust verursachen können.»
2. Stress
Dr. Julie Pernet: «Stress kann ein Telogen-Effluvium verursachen, also einen plötzlichen und diffusen Haarausfall. Eine große Menge Haare tritt vorzeitig in die Ausfallphase ein, und die Menge der verlorenen Haare ist ungewöhnlich hoch.»

3. Ernährungsdefizite
Dr. Julie Pernet: «Ein Mangel an Eisen, Zink, Vitamin D, B-Vitaminen (insbesondere Biotin) oder essentiellen Aminosäuren kann das Wachstum verlangsamen und die Haarfaser schwächen. Um die Dichte zu fördern, setzen Sie auf proteinreiche Lebensmittel (Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte), Eisen (Spinat, Linsen), Zink (Nüsse, Meeresfrüchte), Vitamin D (fetter Fisch, Sonne) und Omega-3 (Pflanzenöle, Fisch). Sie können auch mit den richtigen Nahrungsergänzungsmitteln supplementieren.»
4. Aggressive Haarpflegeprodukte & Colorationen
Dr. Julie Pernet: «Chemische Colorationen, Blondierungen und Balayages enthalten Oxidationsmittel (Ammoniak, Wasserstoffperoxid), die die Schuppenschicht des Haares öffnen. Das Ergebnis: Die Haarfaser wird brüchiger, bricht leichter, und das Haar verliert an Dichte. Daher ist es unerlässlich, Colorationen ohne Ammoniak, nährende Post-Colorationspflege, milde Shampoos ohne Sulfate oder okklusive Silikone und natürliche Masken zu bevorzugen.»
5. Ungünstige Stylinggewohnheiten
Dr. Julie Pernet: «Übermäßiger Zug von bestimmten Frisuren wie Dutts oder Pferdeschwänzen an den Follikeln kann zu einer Traktionsalopezie führen, einem fortschreitenden Haarausfall, der irreversibel werden kann, wenn der Follikel zu stark geschädigt ist. Ebenso schwächen zu enge Haargummis, Metallspangen und Heizgeräte mit hoher Temperatur die Haarfaser und beschleunigen die Ausdünnung. Verwenden Sie immer einen Thermo-Schutz vor dem Föhnen, um die Haarfaser maximal zu schützen.»

Welche Lösungen gibt es?
Dr. Julie Pernet: «Durch die Identifizierung der zugrunde liegenden Ursache (Stress, Mangelerscheinungen, hormonelles Ungleichgewicht) und die Anwendung einer angepassten Haarpflege-Routine ist es möglich, das Nachwachsen zu fördern. Es gibt verschiedene Lösungen: stimulierende Seren mit Biotin, manuelle Kopfhautmassagen oder mit einer speziellen Bürste zur Aktivierung der Blutzirkulation, eine nährstoffreiche Ernährung, Kopfhaut-Entgiftung mit geeigneten Produkten... Wenn der Dichteverlust anhält, können fortschrittlichere Techniken wie die Haar-Mesotherapie, PRP (plättchenreiches Plasma) oder Microneedling die Follikel stimulieren. Je früher man handelt, desto höher sind die Chancen auf eine Erholung.»